Energiepreise zunehmend ein Kostenfaktor (2004)

Trotz EU-weiter Liberalisierung der Energiemärkte steigen die Preise seit Monaten wieder spürbar an. Die letzte Ankündigung der deutschen Stromwirtschaft für eine erneute Preisrunde zum Jahresende 2004 hat allerdings sowohl die Politik, als auch Verbraucher- und Hauseigentümerverbände auf die Barrikaden gebracht.

Trotz EU-weiter Liberalisierung der Energiemärkte steigen die Preise seit Monaten wieder spürbar an. Die letzte Ankündigung der deutschen Stromwirtschaft für eine erneute Preisrunde zum Jahresende 2004 hat allerdings sowohl die Politik, als auch Verbraucher- und Hauseigentümerverbände auf die Barrikaden gebracht.

Die den Marktpreis bestimmenden vier Strom-Oligopolisten (RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall) einerseits und der Staat andererseits schieben sich die Schuld für die Ursachen des Preisanstiegs gegenseitig zu. Tatsache ist, dass Haushaltskunden in Baden-Württemberg mit einem Durchschnittsverbrauch von jährlich ca. 3.500 kWh mit über 700 Euro bei EnBW stattliche 100 Euro mehr zahlen als vergleichbare Kunden z.B. im Versorgungsgebiet von
Tochtergesellschaften der E.ON in Niedersachsen. Bei Einzelhändlern kann diese Preisdifferenz noch größer ausfallen, weil der Stromverbrauch je nach Beleuchtung und Klimatisierung etc. fünf bis zehn Mal höher ausfallen kann und traditionell der Gewerbetarif noch über dem von den Privatkunden liegt.

Tipp: Viele Stromversorger versuchen, ihre Kunden durch mangelhafte Preisinformation automatisch in den teuren Standardtarif einzugruppieren. Mit einem einfachen Anruf können Sie sicherstellen, dass Ihre Immobilie – falls nicht schon erfolgt – ein kostengünstigeres Sonderabkommen erhält. Während im gewerblichen Bereich bereits 50 % der Kunden auf diese Weise die Stromkosten reduziert haben, waren bei den privaten Haushalten lediglich nur 25 % in diesem Sinne aktiv. Vom kompletten Wechsel zu einem neuen Stromversorger (bisher nur 7 % der Gewerbe- bzw. 5 % der Privatkunden) ist momentan abzuraten, weil das neue Energierecht noch nicht vom Bundesrat beschlossen wurde und damit wesentliche Geschäftsgrundlagen für einen Lieferantenwechsel nach wie vor umstritten sind.